In diesen Tagen läuten abends um 19.30 Uhr viele Kirchen ihre Glocken. Wenn wir sie hören, können wir, ganz gleich wo wir gerade sind, kurz innehalten. Die Glocken laden uns zum Beten ein. Denn die Kraft des Gebetes verändert die Welt und uns selbst. „Wenn ich dich anrufe, Gott, so hörst du mich, und gibst meiner Seele große Kraft“ (Psalm 138, 3).

Wenn Sie sich dem Abendgebet anschließen möchten,
-können Sie ein Vaterunser sprechen
oder
-für die Menschen beten, die Ihnen lieb sind. Für Menschen, die in Angst und Sorge sind, die in Quarantäne leben, die am Ende ihrer Kräfte sind, die in Krankenhäusern, Praxen und Pflegeeinrichtungen arbeiten, für die Sterbenden und die Toten.
Gott hört, was wir denken oder sagen. Es reicht, wenn wir Gott Namen nennen. Vielleicht so: „Gott, an dein Herz lege ich …. Nimm du dich ihrer an. Amen.“
Oder aber ein Gebet zu Heilung, Hoffnung und Verantwortung:
Gott, unser Schöpfer, der alle Sterne bei ihrem Namen ruft, der die Glühwürmchen zum Tanzen und die Berge zum Frohlocken bringt.
Wir halten inne in Dankbarkeit für die Schönheit, die uns immer umgibt und für das Versprechen, dass das Leben weiter geht.
Pflanze eine Hoffnung in unsere Herzen, die dem Coronavirus widersteht und schenke uns das Vertrauen in Deine Macht, auch den schlimmsten Krankheiten noch etwas Gutes abzutrotzen.
Gott der Heilung und der Hoffnung, wir beten, dass Du die fiebernde Stirn der Kranken kühlst, und dass die Sterbenden Deine Stimme der Liebe hören, die stärker ist als der Tod. Schenke allen, die sich um Kranke kümmern, Dein heilendes Mitgefühl und ermutige diejenigen,
die einsam sind in ihrer Isolation durch Deine friedenstiftende Gegenwart.
Wir beten, dass der Coronavirus uns dazu bewegt, über unsere Verantwortung nachzudenken – einzeln und als Gemeinschaft derer, denen Deine Schöpfung am Herzen liegt. Bewege uns endlich zum Handeln. Lass uns jetzt lang überfällige Veränderungen angehen, damit Deine gesamte Schöpfung Raum zum Atmen bekommt.
Wir beten, dass die unermüdlichen Bemühungen der Wissenschaft zu neuen und effektiven Mitteln gegen den Virus führen und leite die Menschen in Machtpositionen an, weise, wahrhaftige und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.
Gott, der Du Dich uns liebevoll zuwendest: in diesen Zeiten wird uns schmerzhaft unsere Verletzlichkeit bewusst. Wir bitten demütig darum, dass sie nicht zu größerer Angst, sondern zu einem tieferen Glauben führt.
Dem Glauben daran, dass nichts uns von Deiner Liebe trennen kann – weder heute noch in Zukunft.
Amen.                                                                                          [Text in Auszügen: Jeffrey Myers, Übersetzung aus dem Englischen: Birgit Arndt]