Liebe Leser und Leserinnen,
heute wende ich mich auf diesem Weg an Sie. Veranstaltungen und Gottesdienste sind aufgrund staatlicher Vorgaben abgesagt. Es steht ein Osterfest ohne Gottesdienste bevor. Auch die 7 Wochen Passionszeit, die uns auf die Karfreitags- und Osterereignisse innerlich vorbereitet, findet dieses Jahr weitgehend ohne entsprechende gottesdienstliche Begleitung statt. Wie lange dieser Zustand anhält, kann im Moment niemand sagen.

Diese Situation erfüllt sicher viele mit Angst. Zumindest ist große Sorge angesagt. Mit Recht!
Wie sollen/können wir sinnvoll mit der Situation umgehen, dass alle möglichst zuhause bleiben und soziale Kontakte auf das Notwendige reduziert werden sollen?
– nicht weil es eine staatliche Anordnung, sondern zum eigenen und dem Schutz anderer nötig ist –
Alle, die schmerzlich gottesdienstliche Begleitung gerade in dieser schwierigen Lage vermissen, seien auf Angebote in Radio und Fernsehen oder im Internet (z.B. www.dekanat-big.de: Ein paar Minuten Zuversicht) verwiesen.
Darüber hinaus gibt diese Situation auch Raum, dass wir ganz neu und vielleicht intensiver darüber nachdenken, was Gottesdienst mir und anderen –uns- bedeutet.
Ein guter und für die Christenheit von Anbeginn prägender Brauch ist die gemeinsame gottesdienstliche Feier. Zueinander gehören, weil Jesus Christus uns zusammengerufen hat, miteinander zu Gottes Ehre singen und im Gebet und Hören auf die Worte Gottes, die uns in der Bibel überliefert sind, macht uns zu einer, zu der Gemeinde Jesu. Alle genannten Elemente des Gottesdienstes, der vor Ort  -meist in der Kirche-  stattfindet, weisen aber auch über die eigene Gemeinde hinaus. Wir sind, wenn wir Gottesdienst feiern, verbunden mit allen Menschen, die weltweit zueinander finden, um Gott ihr Vertrauen auszusprechen und nach seinen Gedanken zu leben. Wie es im Glaubenskenntnis heißt, gehören wir zur >heiligen christlichen Kirche<. Und wir sind verbunden mit denen, die vor uns gelebt und geglaubt haben, die uns vorangegangen sind in Gottes heilige Welt, haben also >Gemeinschaft mit den Heiligen<. Gottesdienste in ihrer weltumspannenden und ewigen Dimension lassen uns schon hier und jetzt teilhaben an Gottes ewiger Welt.
Diese Verbindung reicht weit über den Gottesdienst in unsrer Kirche hinaus. Auch die Fürbittengebete drücken die Verbindung aus, die wir mit Menschen haben, die nicht im Gottesdienst anwesend sind.
Im Gebet füreinander können wir auch zusammenstehen, wenn wir wie jetzt keinen gemeinsamen Gottesdienst feiern können. Das betende Lesen in der Bibel eröffnet uns vielleicht ganz neue Erkenntnisse. Die Sehnsucht nach einem ewigen Leben mit und bei Gott bekommt vielleicht einen ganz neuen Aspekt hinzu, wenn wir uns nach dem Tag sehnen, an dem wieder gemeinsam in der Kirche Gottesdienst gefeiert werden kann. Bis dahin können wir einander tragen im Gebet, Kontakt halten mit den modernen Möglichkeiten wie Telefon, Email oder sozialen Medien.
Wer praktische Hilfe braucht, weil er allein ist und nicht mehr nach draußen soll, weil er/sie zur Risikogruppe gehört, kann Bescheid sagen! Wir finden eine Lösung.
Ich versuche, telefonisch mit möglichst vielen Kontakt zu halten und bete täglich für die Menschen in unserer Gemeinde und darüber hinaus. Wer ein Gespräch mit mir wünscht, darf gerne anrufen (06441 61481) oder per Email schreiben (frieder.ackermann@ekhn.de).

Ich grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen Gottes Bewahrung und Segen

Der Herr ist mein Licht und mein Heil;
Vor wem sollte ich mich fürchten?
Der Herr ist meines Lebens Kraft;
Vor wem sollte mir grauen?                     (Psalm 27, Vers 1)

Ihr Pfarrer Ackermann